NewsGuard-Fragenkatalog: Deutschland

1. Warum sollte ich mich darauf verlassen, was ein Team von Amerikanern zu den professionellen journalistischen Standards hier in Deutschland zu sagen hat?

Das sollten Sie nicht. Und NewsGuard möchte das auch gar nicht.

NewsGuard hat seinen Ursprung zwar in den Vereinigten Staaten, aber die Bewertungen und Medien-Steckbriefe für Nachrichten- und Info-Webseiten, die von Deutschen in Deutschland konsumiert wurden, erstellen Journalisten und Redakteure mit fundierter Erfahrung in deutschem Journalismus und einem tiefen Verständnis der deutschen Medienlandschaft. Durch Klick auf den jeweiligen Namen unter dem Steckbrief gelangen Sie zum Profil jeder Person, die jeweils am Entwurf und an der redaktionellen Bearbeitung der Bewertung bzw. des Medien-Steckbriefes beteiligt war. Oder klicken Sie hier, um das gesamte deutsche Team ui sehem.

Die Leitung von NewsGuard in Deutschland übernimmt Alina Fichter. Sie war Mitglied der Chefredaktion bei „Zeit Online“, Referntin beim „Bayerischen Rundfunk“ und Wirtschafstredakteurin bei “Die Zeit” und „Süddeutschen Zeitung“. Außerdem absolvierte sie die John S. Knight-Fellowship für Medieninnovation an der Stanford University. Sie berät NewsGuard dabei, wie die neun journalistischen Kriterien konkret in Deutschland anzuwenden sind, sowie zu allen Bewertungen und Medien-Steckbriefen in Deutschland. Außerdem wird sie zusammen mit NewsGuards Advisory Editor Florian Meißner das Schlusslektorat aller deutschen Steckbriefe vornehmen.

2. Aber verwendet NewsGuard für seine Bewertungen nicht die gleichen neun Kriterien wie in den USA? Warum sollten die amerikanischen Standards einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben? Hat nicht jedes Land seine ganz eigenen Traditionen?

Ja, die Kriterien sind an sich gleich, aber sie werden in jedem Land unter Berücksichtigung der dort üblichen Praktiken angewendet. Die Mission von NewsGuard ist es nicht, an legitimem Journalismus herumzunörgeln. Unser Ziel ist es vielmehr, das Vertrauen in legitimen Journalismus zu stärken, indem wir ihn von unverantwortlichen Akteuren unterscheiden.

Zum Beispiel versäumen es viele Nachrichtenseiten, Verfasserzeilen mit Namen und Links zu biografischen Eckdaten der Autoren unter ihre Artikel zu setzen. Solche Angaben zu den Urhebern der Inhalte sind eine der Kernvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft im Trust Project. Das ist ein rasant wachsendes, gemeinnütziges Konsortium von Nachrichten-Websites in aller Welt, das sich zur Einhaltung grundlegender Standards der Transparenz und Rechenschaft verpflichtet hat. In den Ländern, in denen NewsGuard tätig ist, halten sich die meisten Nachrichtenseiten in der Tat an diese Praxis, um ihren Lesern mehr Informationen über die Hintergründe und Qualifikationen ihrer Verfasser zu geben. NewsGuard geht mit Seiten, die diese Praxis nicht umgesetzt haben, jedoch flexibel um – und zwar in dreifacher Hinsicht:

  1. Da wir Nachrichtenseiten immer erst anrufen und um Stellungnahme bitten, bevor wir in unseren Medien-Steckbriefen etwas Negatives veröffentlichen, kommt es häufig vor, dass sich der auf das Fehlen von Verfasserzeilen angesprochene Herausgeber entschließt, es den meisten seiner Kollegen gleichzutun und die Praxis auch im eigenen Medium einzuführen.
  2. Andere weisen uns auf weitere Informationen auf der Website hin – wie zum Beispiel eine vollständige Mitarbeiterliste mit den jeweils bearbeiteten Themenbereichen – und dass sie das Kriterium somit also doch erfüllen. (Diese Ausnahme gilt zum Beispiel für „The Economist“ im Vereinigten Königreich, der nicht mit Verfasserzeilen arbeitet.)
  3. Um denjenigen Medien gerecht zu werden, die ihre übliche Praxis fortsetzen, vergeben wir für das Kriterium „Verfasserzeile“ nur fünf der insgesamt 100 für unsere Kriterien verfügbaren Punkte. Im Ergebnis wird keine Website jemals eine rote Bewertung erhalten, nur weil sie keine Verfasserzeilen angibt. (Eine rote Bewertung erhält man ab 41 negativen Punkten.)

Ein weiterer Bereich, in dem sich Gepflogenheiten oft unterscheiden und für den wir unsere Standards an verschiedene Ländern angepasst haben, ist die Trennung von Nachrichten und Meinungen. Hier geht es um die Auffassung, dass sich potenziell verzerrende Meinungen nicht in die grundlegende Berichterstattung einschleichen sollten. In vielen Ländern versuchen viele Nachrichtenorganisationen mit Recht, die Aufmerksamkeit der Leser mit wertend wirkenden Schlagzeilen zu erregen (etwa „Regierung durch schmerzhafte Niederlage im Parlament gedemütigt“.) Wir vergeben zu diesem Kriterium  keine negative Bewertung für Nachrichtenseiten, die ihre Überschrift so schreiben, solange der darauf folgende Bericht keine Meinungen enthält bzw. solange die Meinung als solche gekennzeichnet ist. Eine Erklärung, wie wir dieses Kriterium und die anderen acht Kriterien definieren und anwenden, finden Sie hier.

Und noch eine Anmerkung: Es heißt nicht von ungefähr das „world-wide web“. Ein Bericht von einer in Amerika, Italien oder Großbritannien ansässigen Nachrichtenseite kann leicht im Newsfeed oder in den Suchergebnissen einer Person in Frankreich oder Deutschland landen. NewsGuard hat sich zum Ziel gesetzt, Verbrauchern überall die grundlegenden Standards ihrer Nachrichtenquellen zu vermitteln, ob es sich nun um russische Propaganda oder gefälschte Impfgegnerseiten handelt. Geben die Seiten an, wer sie finanziert und wer das Sagen hat? Wurden sie schon wiederholt der Veröffentlichung von Falschmeldungen oder unzuverlässiger oder nicht existenter Quellen überführt? Setzen sie trügerische Schlagzeilen ein, um Menschen dazu zu bringen, auf die Geschichte zu klicken? Berichtigen Sie freimütig eigene Fehler?

Im Großen und Ganzen (mit geringfügigen Abweichungen, wie etwa bei den Verfasserzeilen) handelt es sich dabei um allgemein akzeptierte und unstrittige Standards, die für das weltweite Web vollumfänglich gelten. 

3. Wie entscheidet NewsGuard, welche Websites bewertet werden sollen, und wie viele deckt es ab?

NewsGuard bewertet die knapp 150 Websites in Deutschland, die zusammen für rund 90% aller in Deutschland auf deutscher Sprache online geteilten und konsumierten Nachrichten und Informationen verantwortlich sind. (Der Anteil der Gesamtabdeckung ist noch höher, wenn man fremdsprachige Websites hinzuzählt, die NewsGuard in diesen Sprachen bewertet hat und die zwar auf anderen Sprachen präsentiert, aber auch in Deutschland viel gelesen werden.) NewsGuard hat diese Liste von Websites von Datendiensten, die Online-Aktivitäten verfolgen.

Zusätzlich zu dieser Liste der oberen 90% bewerten wir auch noch einige Websites, die bekannt und einflussreich sind, aber vielleicht kein ausreichendes Publikum haben, um es in die Top 90% zu schaffen. Wir bewerten alle Websites in den oberen 90%, egal ob sie das wollen oder nicht. Wir reagieren aber auch gerne auf Anfragen von kleineren oder neu gestarteten Websites, die bewertet werden wollen. Außerdem deckt unser Sonderteam (siehe unten) Nachrichten ab, die plötzlich zu trenden beginnen, und deren Websites wir noch nicht bewertet haben. In vielen Fällen werden solche Websites kurzfristig erstellt, um Fehlinformationen oder Desinformationen zu veröffentlichen.

4. Wie oft aktualisiert NewsGuard seine Bewertungen und Steckbriefe und wie geht NewsGuard mit noch unbewerteten Websites um, die plötzlich mit fragwürdigen Berichten zu trenden beginnen?

NewsGuard hat sich zum Ziel gesetzt, als allgemeine Praxis alle Seiten alle drei Monate zu überprüfen und zu aktualisieren. Unter bestimmten Umständen wird auch häufiger aktualisiert werden — z.B. bei einer Änderung der Eigentumsverhältnisse, geänderten Praktiken oder wenn die Website einen Preis gewinnt oder in eine Kontroverse verwickelt wird. Darüber hinaus verfügt NewsGuard über ein Sondereinsatzteam, das rund um die Uhr auf Abruf bereitsteht. Das Team wird von einem NewsGuard-eigenen Software-System benachrichtigt, wenn eine von NewsGuard noch nicht bewertete Seite online zu trenden scheint (weil es sich vielleicht um eine Nachrichtenseite handelt, die über Nacht in Russland online ging und Falschnachrichten verbreitet.) NewsGuard wird diese Seite binnen weniger Stunden überprüfen, bewerten und mit der roten oder grünen Kennzeichnung von NewsGuard sowie einem Medien-Steckbrief versehen, bevor sie sich viral verbreitet.

Wenn Beiträge auf diese Weise trenden, stellt sich oft heraus, dass es sich um gerade eben gestartete Websites handelt, die Fehlinformationen oder Desinformation verbreiten sollen. Das geschieht vor allem im Vorfeld von Wahlen. Falsche Meldungen sollen die Integrität der Wahl untergraben. NewsGuard wird solche Seiten binnen weniger Stunden überprüfen, bewerten und mit der roten oder grünen Kennzeichnung von NewsGuard sowie einem Medien-Steckbrief versehen, bevor sie sich viral verbreitet. Wir haben unseren Start in Europa vorgezogen, damit unsere Bewertungen und Beschreibungen noch vor den Europawahlen im Mai auf den wichtigsten Märkten verfügbar sein werden.

5. Ist NewsGuard nur eine weitere Gruppe von Journalisten, die konservative Medien / linke Medien angreifen und mundtot machen wollen? Oder etablierte Medien vor neuen Konkurrenten schützen wollen?

NewsGuard arbeitet mit voller Transparenz und Offenheit und verfolgt für alle Nachrichten-Websites den gleichen Ansatz. Wir ziehen zur Bewertung aller Nachrichten-Websites die gleichen neun Kriterien heran. Diese Kriterien sind allesamt etablierte Grundprinzipien für verlässlichen Journalismus, sei es für Nachrichten- oder für Meinungsseiten. Alle Kriterien gelten für alle Verlage, unabhängig von ihrer etwaigen politischen Ausrichtung, und sie gelten gleichermaßen für etablierte traditionelle Medien wie für eine neue digitale Website oder einen beliebten Blog. Wenn uns unsere Ermittlungen zu der Erkenntnis führen, dass eine Website eines der neun Kriterien verfehlt, wenden sich unsere Analysten außerdem an den jeweiligen Verantwortlichen mit der Bitte um Stellungnahme. Wir veröffentlichen die Aussagen der Herausgeber zu ihrer Praxis und ihre Sicht der Dinge – oder aber wir revidieren unsere Bewertung (vor Veröffentlichung), wenn wir auf Informationen hingewiesen werden, die wir vielleicht übersehen haben.

NewsGuard wurde in Nachrichtenberichten von einer Vielzahl von Nachrichtenorganisationen aller Ausrichtungen als unpolitisch und fair bezeichnet.

Unser Ziel ist die Förderung von Medienkompetenz. Deswegen begannen gleich nach unserem Start in den USA im vergangenen Jahr Bibliotheken mit uns zusammenzuarbeiten. Basierend auf Vorgesprächen sind wir zuversichtlich, dass das gleiche auch in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien geschehen wird. Bibliotheken setzen sich an vorderster Front für Medienkompetenz ein. Sie können ihren Besuchern das NewsGuard-Plugin auf den Bibliothekscomputern zur Verfügung stellen. Dies ergänzt sinnvoll die Arbeit, die Bibliothekare schon seit jeher leisten, nämlich Lesern die nötigen Werkzeuge an die Hand geben, um mündige Entscheidungen zum eigenen Lesekonsum zu treffen.

6. Warum sollte man NewsGuard vertrauen?

  • Weil das Management und die Mitarbeiter von NewsGuard bei ihren Bewertungen unpolitische, grundlegende Kriterien journalistischer Praxis anwenden und weil sie eine Gruppe ausgebildeter Journalisten sind, die ihre ganze Laufbahn diesem Beruf gewidmet haben. Steven Brill ist einer der angesehensten Zeitschriften- und Sachbuchautoren Amerikas. Gordon Crovitz war ein hoch angesehener Kolumnist für die Meinungsseite des „Wall Street Journal“ sowie dessen Herausgeber. Unsere leitenden Berater in den verschiedenen Ländern haben ähnliche Hintergründe, wie zum Beispiel unser leitender Berater im Vereinigten Königreich, der 30 Jahre bei der BBC tätig war, unter anderem als Redakteur für „Global News“; oder unser leitender Berater für Italien, der 30 Jahre bei ANSA tätig war, unter anderem als Chefredakteur. Dem Führungsteam und den journalistischen Analysten, die sie rekrutiert haben, liegt zuverlässiger Journalismus und seine zentrale Rolle in der Demokratie sehr am Herzen.
  • Diese erfahrenen Journalisten bringen unterschiedliche Hintergründe mit und verfolgen keine politische Agenda. Zu jeder NewsGuard-Bewertung und zu jedem Medien-Steckbrief, den Sie lesen, können Sie die Qualifikationen und Profile der verantwortlichen Redakteure einsehen.
  • Jeder von NewsGuards Analysten und Redakteuren NewsGuard muss einer Richtlinie zu Ethik und zum Ausschließen von Interessenkonflikten zustimmen. (Siehe unten)
  • Die Entscheidungsprozesse bei NewsGuard sind transparent. Die neun Kriterien, die zur Bewertung der journalistischen Praktiken jeder Website herangezogen werden, werden offengelegt und ausführlich erläutert. Die in den Medien-Steckbriefen enthaltenen Beschreibungen erläutern den Hintergrund zu jeder Entscheidung. NewsGuard ist kein undurchsichtiger Algorithmus.
  • NewsGuard unternimmt konzertierte Anstrengungen, von jedem Website-Herausgeber oder Manager eine Stellungnahme einzuholen, bevor NewsGuard etwas Negatives über die Website schreibt. Diese Stellungsnahmen werden grundsätzlich immer in die Medien-Steckbriefe aufgenommen (oder aber NewsGuard ändert die Bewertung nach Abwägung der Stellungsnahme, falls sich seine ursprüngliche Schlussfolgerung als falsch erweist). Algorithmen dagegen würden nicht anrufen oder um Stellungsnahmen bitten.
  • NewsGuard veröffentlicht Aussagen von Verantwortlichen der Websites. Und die Führungskräfte bei NewsGuard reagieren öffentlich – und berichtigen Fehler gegebenenfalls nach Überprüfung der Beschwerde.
  • NewsGuard akzeptiert kein Geld von den bewerteten Websites. NewsGuard erzielt Einnahmen von Technologieunternehmen wie Plattformen und Suchmaschinen, die für die Lizenzierung der Bewertungen zahlen. Viele Websites in den USA erwähnen ihre grüne Bewertung auf ihren „Über uns“-Seiten und machen mit ihrer NewsGuard-Bewertung für sich Werbung.
  • NewsGuard sammelt keine personenbezogenen Daten von Anwendern, die unsere Browser-Erweiterungen herunterladen und nutzen.
  • Einziger Zweck von NewsGuard ist es, Menschen mehr Informationen über die Nachrichtenquellen zu vermitteln, die sie online vorfinden. Der Erfolg dieses Unterfangens hängt ganz von unserer Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit ab.  

7. Ist es nicht schlecht, die Informationsauswahl einzuschränken?

  • Ja, das ist es! Daher – das Beste an NewsGuard ist: NewsGuard bietet die Möglichkeit, nichts blockieren zu müssen. Sie sehen weiterhin alle Informationen und Nachrichten-Websites – und erfahren gleichzeitig, wie vertrauenswürdig sie sind, denn NewsGuard bietet solide Informationen über tausende von Nachrichten-Quellen, die online verfügbar sind.
  • Einer der Gedanken, auf denen Demokratien auf der ganzen Welt fußen, ist die Unabdingbarkeit einer freien Presse für eine informierte Bürgerschaft. Dabei wird davon ausgegangen, dass Bürgerinnen und Bürger verlässliche Informationen benötigen, auf die sie ihre Ansichten und letztlich ihre bürgerlichen Pflichten stützen können, nicht zuletzt ihre Wahlentscheidungen. Der Ansatz, mehr Informationen über Online-Quellen anzubieten, steht somit in einer langen demokratischen Tradition.
  • Das ist der Grund, aus dem Bibliotheken in den USA gern mit NewsGuard zusammenarbeiten. Wenn wir in Europa starten, werden auch hiesige Bibliotheken diesem Beispiel folgen. Bibliothekare setzen sich schon seit jeher für das Recht auf vollen Zugang zu Information ein. Die eigene Rolle sehen sie – zurecht – darin, die Besucher ihrer Bibliotheken darüber zu informieren, was auf ihren Regalen steht.

8. NewsGuard ist keine gemeinnützige Einrichtung. Warum?

Zu Beginn unseres Vorhabens (in jedem Land, in dem wir tätig sind, 90% des gesamten Online-Nachrichten- und Informationsvolumens zu bewerten) wurde uns klar, dass wir dazu ein großes, solide finanziertes Unternehmen aufbauen mussten. Wir haben etwa 50 Journalisten eingestellt, zum Beispiel als Analysten. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir diese Arbeit als gewinnorientiertes Unternehmen am besten nachhaltig unterstützen können. Wir gehen daher auf einige der weltweit größten Unternehmen zu – Internetanbieter, Soziale Medien und Suchmaschinenanbieter – damit sie mit uns zusammenarbeiten und Informationen an ihre Nutzer weitergeben. Diese Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass wir ihnen ein guter und nachhaltiger Geschäftspartner sein werden.

9. Warum haben Sie einen Beirat?

Uns wurde schon früh klar, dass der Umgang mit Falschnachrichten, Fehlinformationen, Propaganda und Desinformation wichtige Belange nationaler Sicherheit tangiert. Daher wollten wir uns zu den sicherheitspolitischen Implikationen beraten lassen. Darüber hinaus brauchten wir Rat zur Vermittlung journalistischer Praktiken an Silicon-Valley-Unternehmen und sind daher auch in diesem Bereich gut vertreten.

Im Zuge unserer Einführung in Europa stoßen weitere Mitglieder zu unserem internationalen Beirat hinzu. Dazu gehören: Anders Fogh Rasmussen, ehemaliger Ministerpräsident Dänemarks, ehemaliger NATO-Generalsekretär und Gründer der Alliance of Democracies Foundation, sowie Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia.

Darüber hinaus sitzen in unserem internationalen Beirat auch unsere leitenden Berater in jedem europäischen Land, in dem wir tätig sind: Richard Sambrook, Leiter des Centre for Journalism an der Universität Cardiff, der 30 Jahre lang bei der BBC war, unter anderem als Leiter für Global News; Alina Fichter, zuletzt Mitglied der Chefredaktion bei „Zeit Online“, die zuvor Referntin und Reporterin beim „Bayerischen Rundfunk“ und der „Süddeutschen Zeitung“ war; Alice Antheaume, stellvertretende Dekanin des Fachbereichs Journalismus an der Sciences Po und ehemalige leitende Redakteurin von „20 Minutes“. Sie war für „Le Monde“, „Telerama“, den öffentlich-rechtlichen Sender „France 5“ und „France Inter“ tätig; und Giampiero Gramaglia, der 30 Jahre lang als Journalist für die Agentur ANSA tätig war, unter anderem als Chefredakteur und als Büroleiter in Washington, Brüssel und Paris. Er lehrt außerdem an Italiens ältester Journalismushochschule in Urbino

10. Wie glauben Sie, die nötigen Einnahmen erwirtschaften zu können?

Wir führen Lizenzierungsgespräche mit Unternehmen wie Internetanbietern und Mobilfunkunternehmen sowie mit den digitalen Plattformunternehmen, einschließlich sozialer Medien und anderen Suchmaschinenanbietern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihnen, um den Bewertungen und Steckbriefen von NewsGuard eine allgegenwärtige Präsenz im Netz zu verschaffen. Wir hoffen, dass die Bewertungen und Steckbriefe von NewsGuard in alle Social-Media-News-Feeds und Suchergebnisse integriert werden.

11. Warum ist Vertrauen so wichtig?

Gallup führte im Juni 2018 eine unabhängige Studie mit dem Titel „So wirkt sich die Bewertung von Nachrichtenquellen auf Nachrichteninhalte aus“ durch. Als Vorlage für diese Studie dienten die roten und grünen Bewertungen und Beschreibungen von NewsGuard. Die Ergebnisse waren sehr ermutigend, auch im Hinblick auf das Thema Vertrauen. Die Befragten gaben an, dass sie Bewertungen und Steckbriefen vertrauen würden, wenn sie von „erfahrenen Journalisten mit verschiedenen Hintergründen“ durchgeführt würden. Die Studie ergab, dass selbst stark voreingenommene Menschen rot bewerteten Seiten weniger und grün bewerteten Seiten mehr vertrauen würden und somit weniger wahrscheinlich Nachrichten von allgemein unzuverlässigen Websites teilen oder ‚liken‘ würden.

 

Anhang

Einverständniserklärung und Selbstverpflichtung für Redaktionsmitglieder

Mit der untenstehenden Unterschrift bestätige ich mein Einverständnis mit den folgenden Richtlinien und Verfahren von NewsGuard Technologies, Inc. („Unternehmen“).

  1. Mir ist bewusst, dass meine Identität sowie biografische Informationen zu meiner Person öffentlich zugänglich gemacht werden können, wenn das von mir bearbeitete redaktionelle Material vom Unternehmen veröffentlicht wird.
  2. Um diesen Vorgang zu erleichtern und um den Transparenzansprüchen von NewsGuard zu genügen, werde ich eine richtige und vollständige Biografie zur Verfügung stellen.
  3. Ich versichere, dass bezüglich des von mir gesichteten, bearbeiteten und auf Richtigkeit geprüften redaktionellen Materials keine Interessenkonflikte bestehen, einschließlich einer früheren Beschäftigung oder freiberuflichen Tätigkeit bei der Einrichtung, die Gegenstand dieses Materials ist, oder einer Ablehnung einer Bewerbung als Angestellter oder als Freiberufler durch diese Einrichtung; bzw. falls solche Konflikte bestehen, dass ich diese meinem Vorgesetzten offenlegen werde, bevor ich mit dem Material arbeite, sodass das Unternehmen mir im alleinigen Ermessen andere Arbeiten zuweisen oder aber mir gestatten kann, mit der Arbeit fortzufahren und den Konflikt dann bei dessen Veröffentlichung offenzulegen.
  4. Ich stelle dar und versichere, dass für keinen meiner unmittelbaren Angehörigen ein solcher Konflikt besteht, der meinem Vorgesetzten nicht offengelegt wurde, sodass das Unternehmen im alleinigen Ermessen entscheiden kann, ob mir eine andere Aufgabe zugewiesen werden oder aber gestattet soll, mit der Arbeit fortzufahren und den Konflikt bei der Veröffentlichung des Materials offenzulegen.