Special Report: Corona-Impf-Mythen

Die populärsten Online-Mythen rund um die Corona-Impfstoffe 

von John Gregory| Zuletzt aktualisiert am 1. Februar 2021; 12:56pm (ET)

Mit Beiträgen von Kendrick McDonald und Chine Labbe.

Forscherinnen und Forschern ist es gelungen, Impfstoffe zum Schutz gegen COVID-19 herzustellen. In einigen Ländern wurden vor kurzem die ersten Impfstoffe genehmigt, in anderen befinden sie sich im Zulassungsverfahren. Doch schon jetzt bedrohen Falschinformationen über die Sicherheit und die Wirkungen eines Impfstoffs dessen Verbreitung. In diesem Special Report katalogisieren wir die häufigsten Mythen über eine solche Corona-Impfung, die in den mehr als 6000 Ratings und Mediensteckbriefen von NewsGuard aufgetaucht sind.

  1. FALSCHBEHAUPTUNG: Die mRNA-Impfstoffe, die für COVID-19 entwickelt werden, verändern die menschliche DNA.
  2. FALSCHBEHAUPTUNG: Das Virus mutiert so schnell, dass ein Impfstoff niemals funktionieren wird.
  3. FALSCHBEHAUPTUNG: Die COVID-19-Impfstoffe werden in klinischen Studien nicht gegen ein Placebo getestet. 
  4. FALSCHBEHAUPTUNG: Der Impfstoff wird Mikrochip-Überwachungstechnologie enthalten, die durch von Bill Gates finanzierte Forschung entwickelt wurde.
  5. FALSCHBEHAUPTUNG: Die Impfung verursacht nachweislich bei 97 Prozent der Personen Unfruchtbarkeit.
  6. FALSCHBEHAUPTUNG: COVID-19-Impfstoffe werden Gewebe abgetriebener Föten enthalten. 
  7. FALSCHBEHAUPTUNG: Der von der Oxford University und AstraZeneca entwickelte Impfstoff wird Menschen in Affen verwandeln.
  8. FALSCHBEHAUPTUNG: Die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) wird künstliche Intelligenz einsetzen, um die Sicherheit der Corona-Impfstoffe zu überwachen, denn die Behörde weiß, dass Impfstoffe extrem gefährlich sind.
  9. FALSCHBEHAUPTUNG: Aus einem Dokument auf der Website der U.S. Food and Drug Administration geht hervor, dass zwei Teilnehmer infolge „schwerwiegender unerwünschter Ereignisse“ einer experimentellen Corona-Impfung starben.
  10. FALSCHBEHAUPTUNG: Der Forschungsleiter von Pfizer sagte, dass der Corona-Impfstoff der Firma ein Protein namens Syncytin-1 enthält, das zur Sterilisation von Frauen führt.
  11. FALSCHBEHAUPTUNG: Corona-Impfungen an Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die bei Presseveranstaltungen gezeigt werden, sind konstruiert. Dabei werden Spritzen mit “verschwindenden Nadeln” verwendet.
  12. FALSCHBEHAUPTUNG: Eine Krankenschwester in Alabama starb nur Stunden nach Erhalt der Corona-Impfung. 
  13. FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe verstoßen gegen den Nürnberger Kodex, der es verbietet, medizinische Experimente an Menschen ohne deren Zustimmung durchzuführen.
  14. FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe verursachen ein „pathogenes Priming“ oder „Krankheitsverstärkung“, was bedeutet, dass geimpfte Personen mit höherer Wahrscheinlichkeit schwere Corona-Krankheitsverläufe erleben.
  15. FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe können bei Menschen eine Erkrankung an COVID-19 hervorrufen.



FALSCHBEHAUPTUNG: Die mRNA-Impfstoffe, die für COVID-19 entwickelt werden, verändern die menschliche DNA.

TATSACHE:

Mehrere Corona-Impfstoffe in Enwicklung basieren auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA), die genetische Informationen enthält, die zur Herstellung von Proteinen benötigt werden, so das U.S. National Cancer Institute. Impfstoffe dieser Art veranlassen Zellen dazu, ein Protein zu produzieren, das einem Teil des Coronavirus ähnelt. Dies veranlasst das körpereigene Immunsystem dazu, zu reagieren und entsprechende Antikörper zu produzieren. 

MRNA-Impfstoffe sind eine neue Technologie, aber sie verändern nicht die menschliche DNA. „Das kann nicht ihr Erbgut verändern,“ sagte Dr. Dan Culver, ein Pulmologe an der Cleveland Clinic, im September 2020 gegenüber The Associated Press. „Die Zeit, die diese RNA in den Zellen überlebt, ist relativ kurz, nur wenige Stunden. Was Sie wirklich tut, ist, eine Art Rezept in der Zelle zu hinterlassen, die dann für ein paar Stunden Protein produziert.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Das Virus mutiert so schnell, dass ein Impfstoff niemals funktionieren wird.

TATSACHE:

Während alle Viren ständig mutieren, erklärte die Weltgesundheitsorganisation im Dezember 2020, dass „SARS-CoV-2, das Virus, das COVID-19 verursacht, dazu neigt, sich langsamer zu verändern als andere Viren wie HIV oder Grippeviren.“ (Die schnelleren Veränderungen bei Grippeviren sind zum Beispiel ein Grund, warum der Grippeimpfstoff jährlich erneuert wird.)

Vorläufige Laborstudien, die im Januar 2021 zu den ersten beiden in den USA zugelassenen Corona-Impfstoffen – einer von Pfizer/BioNTech, der andere von Moderna – veröffentlicht wurden, ergaben, dass diese Impfstoffe nach wie vor gegen eine Mutation wirksam sind, die zuerst in Großbritannien identifiziert wurde und als Stamm B.1.1.7 bekannt ist. Die Studien deuten gleichzeitig darauf hin, dass die Impfstoffe gegen die in Südafrika gefundene B.1.351-Mutation weniger wirksam sind. Es gab jedoch keine Hinweise darauf, dass die Mutationen die Wirkung der Impfstoffe vollständig zunichte machen würden. 

„Man könnte die impfstoffinduzierte Antikörperwirksamkeit um einige Male reduzieren und trotzdem noch gut im Impfschutzbereich liegen“, sagte Dr. Anthony Fauci, Direktor des U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases, bei einem Briefing im Weißen Haus am 27. Januar 2021. 




FALSCHBEHAUPTUNG: Die COVID-19-Impfstoffe werden in klinischen Studien nicht gegen ein Placebo getestet. 

TATSACHE:

Die letzte Phase der klinischen Prüfung von möglichen Corona-Impfstoffen beinhaltet die Phase-3-Studien. Dabei wird der Impfstoff Zehntausenden von Patienten verabreicht. Die Forscher vergleichen dann, wie viele Patienten sich mit COVID-19 infizieren, im Vergleich zu einer separaten Gruppe von Patienten, die ein Placebo erhalten. Auf diese Weise wird die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs bestimmt. Alle zehn Impfstoffe, die momentan in Entwicklung sind und bis zum 3. November 2020 mit Phase-3-Studien begonnen haben, werden laut der Weltgesundheitsorganisation gegen ein solches Placebo getestet. 




FALSCHBEHAUPTUNG: Der Impfstoff wird Mikrochip-Überwachungstechnologie enthalten, die durch von Bill Gates finanzierte Forschung entwickelt wurde.

TATSACHE:

Es gibt keinen Impfstoff – weder gegen COVID-19 noch gegen andere Krankheiten – mit einem Mikrochip oder einer anderen Überwachungsfunktion. Im Dezember 2019 veröffentlichten Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT), die von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziell unterstützt wurden, eine Arbeit über eine von ihnen entwickelte Technologie. Diese kann mit einer tintenähnlichen Injektion auf der Haut eines Patienten ein Impfprotokoll führen, das per Smartphone gelesen werden kann. Allerdings ist die Technologie nicht in der Lage, die Bewegungen der Patienten zu verfolgen, so Kevin McHugh, ein Professor für Bioengineering an der Rice University, der während seiner Zeit am MIT an der Studie arbeitete (FactCheck.org). Die Gates Foundation erklärte ebenfalls gegenüber FactCheck.org, dass die Forschung nichts mit COVID-19 zu tun habe.

Korrekt ist: Gates sagte, dass „digitale Zertifikate“ als Teil einer größeren Impfaktion verwendet werden könnten, aber es gibt keine Beweise dafür, dass er oder seine Stiftung eine Technologie zur Verfolgung von Empfängern eines Corona-Impfstoffs entwickelt haben. Digitale Zertifikate werden verwendet, um verschlüsselte Informationen online zu senden, und die Gates-Stiftung sagte Reuters: „Der Verweis auf ‚digitale Zertifikate‘ bezieht sich auf die Bemühungen, eine digitale Open-Source-Plattform zu schaffen, mit dem Ziel, den Zugang zu häuslich basierten Tests zu erweitern.“

Gates selbst bestritt die Behauptungen während eines Interviews auf CBS News am 22. Juli 2020. „Es gibt überhaupt keine Verbindung zwischen einer dieser Impfstoffe und irgendeiner Nachverfolgung dieser Art. Ich weiß nicht, woher das kam“, sagte er.




FALSCHBEHAUPTUNG: Die Impfung verursacht nachweislich bei 97 Prozent der Personen Unfruchtbarkeit.

TATSACHE:

Diese Behauptung scheint von dem britischen YouTuber Zed Phoenix zu stammen. Dieser behauptete: Eine ungenannte Quelle beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline habe ihm gesagt, dass 61 der 63 mit einem Corona-Impfstoff getesteten Frauen unfruchtbar geworden seien und dass ein separater, männerspezifischer Impfstoff „zu einer verringerten Hodengröße, einem Abfall des Testosteronspiegels und einer ausgeprägten Atrophie der Prostata geführt habe“. 

Phoenix’ Aussagen über die angeblichen Auswirkungen dieser Impfstoffe scheinen wortwörtlich aus einer nicht in Zusammenhang stehenden 1989 Studie aus dem National Institute of Immunology in Neu-Delhi, Indien, übernommen worden zu sein, so Reuters. Diese Studie untersuchte den Einsatz von Impfstoffen gegen Fruchtbarkeit an Pavianen, um zukünftige Behandlungsmöglichkeiten für menschliche Krebspatienten zu untersuchen, deren Tumore durch Fruchtbarkeitshormone beeinflusst werden. Keiner der Corona-Impfstoffe in Entwicklung ist geschlechtsspezifisch oder steht in irgendeiner Weise mit der Fruchtbarkeit in Verbindung. 




FALSCHBEHAUPTUNG: COVID-19-Impfstoffe werden Gewebe abgetriebener Föten enthalten. 

TATSACHE:

Bereits existierende Impfstoffe gegen Krankheiten wie Windpocken und Röteln werden mit Zelllinien hergestellt, die von vor Jahrzehnten abgetriebenen Föten stammen. Laut einem im Juni 2020 in der Fachzeitschrift Science veröffentlichten Artikel verwenden mindestens fünf Corona-Impfstoffe in Entwicklung fötale Zelllinien: eine stammt von einem 1972 abgetriebenen Fötus und eine weitere von einer 1985 durchgeführten Abtreibung. 

Für die Herstellung dieser Impfstoffe, einschließlich derer, die für COVID-19 entwickelt werden, werden jedoch keine zusätzlichen fötalen Zellen benötigt. Des Weiteren ist kein tatsächliches fötales Gewebe in diesen Impfstoffen vorhanden. Das National Catholic Bioethics Center, das den Vatikan und Katholiken in Fragen der medizinischen Ethik berät und Abtreibung ablehnt, hat erklärt: „Die Zellen in diesen Linien haben mehrere Teilungen durchlaufen, bevor sie für die Impfstoffherstellung verwendet werden. Nach der Herstellung werden die Impfstoffe aus den Zelllinien entfernt und gereinigt. Es ist nicht richtig zu sagen, dass die Impfstoffe irgendetwas von den Zellen der ursprünglichen Abtreibung enthalten.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Der von der Oxford University und AstraZeneca entwickelte Impfstoff wird Menschen in Affen verwandeln.

TATSACHE:

Diese falsche Behauptung basiert darauf, dass der Impfstoff von Oxford und AstraZeneca auf einem modifizierten Schimpansen-Adenovirus basiert. Dieser soll eine Immunreaktion gegen das Coronavirus erzeugen. Nach Angaben der Times of London wird die Behauptung durch Memes und Videoclips als Teil einer Desinformationskampagne beworben, an der Beamte russischer staatlicher Behörden beteiligt sind und die sich speziell an Länder richtet, in denen Russland seinen eigenen Corona-Impfstoff verkaufen möchte.




FALSCHBEHAUPTUNG: Die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) wird künstliche Intelligenz einsetzen, um die Sicherheit der Corona-Impfstoffe zu überwachen, denn die Behörde weiß, dass Impfstoffe extrem gefährlich sind.

TATSACHE:

Es ist richtig, dass die MHRA einen Auftrag an die Firma Genpact vergeben hat, um ein Tool auf Basis künstlicher Intelligenz zu erstellen, das Meldungen über Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe erfasst. Die Behörde erklärt jedoch, dass dies kein Beweis für die Vorkenntnis von Gefahren durch Impfstoffe ist. Außerdem beweist ein Bericht über ein unerwünschtes Ereignis nicht, dass das Ereignis oder die Reaktion durch einen Impfstoff verursacht wurde.

In einem Statement vom November 2020 teilte die MHRA NewsGuard mit: „Wir haben eine Reihe von Ressourcen und Technologien, um die Sicherheitskontrolle jedes Corona-Impfprogramms zu unterstützen. Der Einsatz von KI wird ein Element davon sein. Wir nehmen jede Meldung einer vermuteten Nebenwirkung ernst und wir kombinieren die Überprüfung dieser Einzelmeldungen mit der statistischen Analyse der klinischen Aufzeichnungen.“

Die Agentur fügte hinzu: „Basierend auf den verfügbaren veröffentlichten Berichten aus den klinischen Studien der Phase eins und zwei erwarten wir derzeit keine spezifischen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen. Wir erwarten, dass das allgemeine Sicherheitsprofil ähnlich wie bei anderen Impfstofftypen ist. Ein Corona-Impfstoff wird erst dann zum Einsatz kommen, wenn er sich in robusten klinischen Studien als sicher und wirksam erwiesen hat und für den Einsatz zugelassen ist.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Aus einem Dokument auf der Website der U.S. Food and Drug Administration geht hervor, dass zwei Teilnehmer infolge „schwerwiegender unerwünschter Ereignisse“ einer experimentellen Corona-Impfung starben.

TATSACHE:

Unter den 21.000 Studienteilnehmern, die den Corona-Impfstoff von Pfizer und BioNTech erhalten hatten, gab es in der Tat zwei Todesfälle. Allerdings hat die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration diese Todesfälle nicht auf die Impfung zurückgeführt.  

Laut einem Bericht der FDA vom Dezember 2020, der die Umstände der Todesfälle beschreibt, „erlebte eine Person einen Herzstillstand 62 Tage nach der zweiten Impfung und starb drei Tage später, und der andere starb an Arteriosklerose drei Tage nach der ersten Impfung.“ Das Dokument sagte auch im Falle des zweiten Todes, der Teilnehmer hatte „grundlegende Fettleibigkeit und vorbestehende Atherosklerose“ und eine Verengung der Arterien.

Es gab auch vier Todesfälle unter den 21.000 Studienteilnehmern, die ein Placebo erhielten. Die Todesfälle „repräsentieren Ereignisse, die in der allgemeinen Bevölkerung der Altersgruppen, in denen sie auftraten, mit einer ähnlichen Rate auftreten“, so der FDA-Bericht. 

Um die Sicherheit der Impfung zu bestimmen, wurden in der Studie so genannte „schwerwiegende unerwünschte Ereignisse“ aufgezeichnet. Diese werden von der U.S. National Library of Medicine als ein medizinisches Ereignis definiert, das zum Tod oder zu einem Krankenhausaufenthalt führt oder die normalen Lebensfunktionen erheblich beeinträchtigt. Der FDA-Bericht besagt: Unter den schwerwiegenden, in der Pfizer/BioNTech-Studie berichteten Ereignissen waren nur zwei, bei denen eine Verbindung mit dem Impfstoff für möglich gehalten wird: eine Schulterverletzung und geschwollene Lymphknoten, eine häufige und normalerweise gutartige Erkrankung.




FALSCHBEHAUPTUNG: Der Forschungsleiter von Pfizer sagte, dass der Corona-Impfstoff der Firma ein Protein namens Syncytin-1 enthält, das zur Sterilisation von Frauen führt.

TATSACHE:

Diese Behauptung basierte auf einer Petition an die Europäische Arzneimittel-Agentur von einem Arzt namens Michael Yeadon (anscheinend der angebliche „Forschungsleiter von Pfizer“). Tatsächlich hatte Yeadon das Unternehmen bereits 2011 verlassen, so ein Artikel von The Associated Press vom Dezember 2020. 

In der Petition wird spekuliert, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen ein Protein hervorrufen könnte, das für die Bildung der Plazenta während der Schwangerschaft unerlässlich ist. Der Impfstoff enthält jedoch kein Syncytin-1 und es gibt keine Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff und Unfruchtbarkeit. 

Darüber hinaus gibt es keine Hinweise darauf, dass das Spike-Protein im Virus, das COVID-19 verursacht und auf das der Impfstoff abzielt, eine Immunantwort gegen Syncytin-1 hervorruft, sagen die Wissenschaftler. „Ähnlichkeiten zwischen Syncytin-1 und dem SARS-CoV-2-Spike-Protein (das als Teil des Impfstoffs verwendet wird) sind extrem geringfügig“, sagte Brent Stockwell, ein Professor für Biowissenschaften und Chemie an der Columbia University, im Dezember 2020 gegenüber PolitiFact. „Es gibt kaum Teile der beiden Proteine, die auch nur vage ähnlich sind, und sie sind weitaus unterschiedlicher, als es für eine Kreuzreaktivität der Immunantworten nötig wäre.“

In einem Statement vom Dezember 2020 an The Associated Press, sagte Pfizer-Sprecherin Jerica Pitts, dass der Corona-Impfstoff des Unternehmens nicht als Verursacher von Unfruchtbarkeit identifiziert worden sei. „Es wurde fälschlicherweise suggeriert, dass der Corona-Impfstoff Unfruchtbarkeit verursachen wird, weil es eine gemeinsame Aminosäuresequenz im Spike-Protein von SARS-CoV-2 und einem Plazenta-Protein gibt“, sagte sie. „Die Sequenz ist jedoch zu kurz, um plausibel eine Autoimmunität hervorzurufen.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Corona-Impfungen an Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die bei Presseveranstaltungen gezeigt werden, sind konstruiert. Dabei werden Spritzen mit “verschwindenden Nadeln” verwendet.

TATSACHE:

Diese Behauptungen wurden in Twitter-Beiträgen und YouTube-Clips aufgestellt, wobei echte Videos von Presseveranstaltungen verwendet wurden, bei denen Mitarbeiter des Gesundheitswesens Corona-Impfungen erhielten. Ein solcher Tweet mit BBC-Filmaufnahmen eines Mitarbeiters, der eine Corona-Impfung erhält, wurde zwischen dem 16. und 17. Dezember 394.000-mal aufgerufen. 

Laut BBC und Vice News wurden die in diesen Videos gezeigten Injektionen des Corona-Impfstoffs mit Sicherheitsspritzen mit automatischer Rektraktion verabreicht, nicht mit „verschwindenden Nadeln“. Bei Sicherheitsspritzen zieht sich die Nadelspitze automatisch in den Zylinder der Spritze zurück, sobald die Medikamentendosis verabreicht wurde. Diese Spritzen werden in der Regel verwendet, um Verletzungen durch Nadelstiche zu vermeiden, z. B. wenn sich eine Gesundheits-Fachkraft oder ein Laborant versehentlich mit einer gebrauchten Nadel in die Haut sticht und sich so möglicherweise infiziert. 




FALSCHBEHAUPTUNG: Eine Krankenschwester in Alabama starb nur Stunden nach Erhalt der Corona-Impfung. 

TATSACHE:

Laut der Faktencheck-Website LeadStories.com erschien diese Behauptung zuerst in Screenshots einer SMS-Konversation, die am 15. Dezember 2020 von einem Facebook-Konto mit dem Namen Danielle Tyler auf Facebook geteilt wurde. 

Facebook-Posts, die die Screenshots teilten, behaupteten, dass eine 42-jährige Krankenschwester, die die Corona-Impfung erhielt, „acht Stunden später tot aufgefunden wurde.“ Die Quelle für diese Behauptung, laut den Facebook-Posts, war „die Tante meines FB-Freundes“.

In einem Statement vom 16. Dezember 2020 an LeadStories.com sagte das Alabama Department of Public Health, dass es „alle Krankenhäuser im Bundesstaat kontaktiert hat, die die Corona-Impfung verabreicht haben, und bestätigt hat, dass es keine Todesfälle gegeben hat. Die Beiträge sind unwahr. Keine Person, die eine Corona-Impfung in Alabama erhalten hat, ist gestorben.“

Die Notfallzulassung für den ersten Corona-Impfstoff, der von Pfizer und BioNTech entwickelt wurde, sieht vor, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse nach der Impfung, einschließlich Todesfälle, an das Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) gemeldet werden müssen. Dieses wurde von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) und den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gemeinsam betrieben.

In einer E-Mail vom 16. Dezember 2020 an PolitiFact sagte CDC-Sprecherin Kristin Nordlund: „Ich kann bestätigen, dass VAERS, Stand heute um 16 Uhr ET (Eastern Time), keine Berichte über Todesfälle nach Corona-Impfungen erhalten hat.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe verstoßen gegen den Nürnberger Kodex, der es verbietet, medizinische Experimente an Menschen ohne deren Zustimmung durchzuführen.

TATSACHE:

Der Nürnberger Kodex schuf eine Reihe von ethischen Prinzipien für die medizinische Forschung und das, was er „zulässige medizinische Versuche“ klassifiziert. Laut einem Artikel von FactCheck.org vom Juni 2020 wurde der Kodex als Reaktion auf die Durchführung medizinischer Experimente durch die Nazis an KZ-Häftlingen ohne deren Zustimmung geschaffen.

Impfstoffe, die mehrere Testrunden in klinischen Studien durchlaufen haben und dann von den Aufsichtsbehörden für den allgemeinen Einsatz zugelassen wurden, verstoßen nicht gegen die Prinzipien des Nürnberger Kodex. Beispielsweise wurde der von Pfizer und BioNTech entwickelte Impfstoff von der britischen Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency und der U.S. Food and Drug Administration im Jahr 2020 erst für den Notfalleinsatz zugelassen, nachdem er mehrere klinische Studien zum Nachweis seiner Sicherheit und Wirksamkeit durchlaufen hatte. Die letzte Phase-3-Studie umfasste 43.000 Patienten. 

„Im Nürnberger Kodex geht es um die Durchführung von Menschenversuchen, nicht um Impfungen“, sagte Dr. Jonathan Moreno, Professor für Bioethik an der University of Pennsylvania, in einem Artikel vom Mai 2020 gegenüber Agence France-Presse. „Der Nürnberger Kodex steht in perfektem Einklang mit Impfungen.“




FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe verursachen ein „pathogenes Priming“ oder „Krankheitsverstärkung“, was bedeutet, dass geimpfte Personen mit höherer Wahrscheinlichkeit schwere Corona-Krankheitsverläufe erleben.

TATSACHE:

Die Corona-Impfstoffe durchliefen mehrere klinische Studien zur Bestimmung ihrer Sicherheit und Wirksamkeit, bevor sie von den Aufsichtsbehörden für den Notfalleinsatz zugelassen wurden. 

Die letzten Phase-3-Studien für zwei Corona-Impfstoffe – einer von Moderna und ein weiterer von Pfizer und BioNTech – umfassten insgesamt 36.000 Menschen, die einen der beiden Impfstoffe erhielten. 

Entgegen der Behauptung, dass die Impfstoffe schwerere Fälle von COVID-19 verursachen, entwickelte von den diesen 36.000 Personen nur eine einzige (in der Pfizer/BioNTech-Studie) einen schweren Fall. Dies geht aus den Ergebnissen der klinischen Studien der Impfstoffe von Moderna und Pfizer/BioNTech hervor, die beide im Dezember 2020 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Beide Impfstoffe erwiesen sich als etwa 95 Prozent wirksam bei der Prävention von COVID-19. 




FALSCHBEHAUPTUNG: Die Corona-Impfstoffe können bei Menschen eine Erkrankung an COVID-19 hervorrufen.

TATSACHE:

Keiner der Impfstoffe, die ab Januar 2021 in Europa für den allgemeinen Einsatz zugelassen sind, enthält das aktive COVID-19-Virus. „Das bedeutet, dass ein COVID-19-Impfstoff Sie nicht mit COVID-19 krank machen kann“, so die U.S. Centers for Disease Control and Prevention auf ihrer Website

Die CDC weist jedoch darauf hin, dass die verfügbaren Impfstoffe zwei Dosen erfordern und es nach der Impfung einige Zeit dauert, bis der Körper eine Immunität gegen das COVID-19-Virus aufgebaut hat. „Das bedeutet, dass es möglich ist, dass eine Person mit dem Virus kurz vor oder kurz nach der Impfung infiziert wird und trotzdem krank wird“, erklärte die CDC. „Das liegt daran, dass der Impfstoff noch nicht genug Zeit hatte, um einen Schutz zu bieten.“


Korrektur: In einer früheren Version dieses Reports wurde fälschlicherweise angegeben, dass unter den 36.000 Personen, die entweder den Moderna- oder den Pfizer/BioNTech-COVID-19-Impfstoff erhielten, zwei schwere Fälle von COVID-19 beobachtet wurden. In beiden Studien, die beide im Dezember 2020 veröffentlicht wurden, wurde nur ein einziger schwerer Fall von COVID-19 gemeldet (in der Pfizer/BioNTech-Studie). NewsGuard bittet den Fehler zu entschuldigen.

Anmerkung von NewsGuard: Dieser Report wurde am 1. Februar 2021 aktualisiert, um neue Informationen über die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe gegen Virusmutationen zu berücksichtigen.