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Media Imposter Tracking Center

905 gefälschte Berichte, 163 missbrauchte Medienmarken: Russische Einflussoperationen geben ihre Fälschungen als Inhalte einiger der bekanntesten Medien der Welt aus – darunter BBC, Deutsche Welle, Politico, Bloomberg und Euronews. So nutzen sie die Glaubwürdigkeit etablierter Nachrichtenmarken, um Falschbehauptungen über die Ukraine und ihre Verbündeten glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Das Media Imposter Tracking Center dokumentiert, welche Medien betroffen sind und wie häufig ihre Namen für Fälschungen missbraucht wurden.

 

Recherche: Alice Lee, Eva Maitland, Madeline Roache, Natalie Huet, Sam Howard, Leonie Pfaller, Sofia Rubinson und Charlene Lin. Zuletzt aktualisiert am 28. September 2026.

Das Media Imposter Tracking Center von NewsGuard dokumentiert Medien, Marken und Organisationen, deren Identität von den russischen Einflussoperationen Matryoshka, Storm-1516 und Doppelgänger für Fälschungen missbraucht wurde. Erfasst sind sowohl Fälle, die NewsGuard selbst entdeckt hat, als auch Fälschungen, die von der anonymen Forschungsgruppe Antibot4Navalny, dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation, einer ukrainischen Regierungsbehörde, und der französischen Behörde Viginum identifiziert wurden.

Verlage, Plattformen, Werbetreibende, Behörden und andere Institutionen, die Zugang zur vollständigen Liste der gefälschten Berichte erhalten möchten, können uns hier kontaktieren. Über ausländische Einflussoperationen und Trends berichtet NewsGuard zudem in seinem wöchentlichen Global Risk Briefing.

Den Sonderbericht von NewsGuard darüber, wie russische Einflusskampagnen die Identität etablierter Medien missbrauchen, finden Sie hier.

Einen Überblick von NewsGuard über die Personen, Gruppen und Methoden hinter zehn Jahren russischer Einflussoperationen finden Sie hier.

Von russischen Einflussoperationen imitierte Medien und die Zahl der ihnen zugeschriebenen Fälschungen

 

A

ABC News (1)

Actu J (3)

Aftonbladet (1)

Agence France-Presse (20)

Agentstvo (3)

Al Jazeera (10)

The Armenian Mirror-Spectator (1)

Armenpress (13)

Associated Press (1)

The Atlantic (1)

 

B

BBC (30)

Bellingcat (13)

Berliner Zeitung (1)

BFMTV (35)

Bild (6)

Blast Info (1)

Bloomberg (6)

Brut (1)

Business 24 (1)

Business Insider (1)

 

C

Canal+ (1)

CBC (1)

CBS (1)

Charlie Hebdo (35)

CivilNet (3)

CNN (22)

CNN Turk (3)

Corse Matin (1)

Cosmopolitan (1)

La Croix (13)

CTV News (1)

 

D

Dagens Nyheter (2)

Daily Express (1)

Daily Mail (5)

Daily Mirror (1)

Daily Telegraph (2)

Deadline (1)

The Defense Post (1)

Delfi (1)

Democracy Now! (1)

Deutsche Welle (28)

Digi24 (1)

Do Rzeczy (1)

 

E

Echo der Zeit (1)

Les Echos (4)

The Economist (5)

E!News (6)

EU Observer (1)

Eulenspiegel (1)

Euronews (82)

Eurosport (1)

Expressen (2)

 

F

Fakt (1)

Il Fatto Quotidiano (1)

Le Figaro (31)

Fox (8)

Français de Souche (1)

France 24 (34)

La France Agricole (1)

France Soir (1)

France TV (1)

France Info (2)

Frankfurter Allgemeine (25)

Frankfurter Rundschau (1)

 

G

Gizmodo (1)

The Globe and Mail (3)

The Guardian (4)

Gwara Media (1)

 

H

Haaretz (1)

Handelsblatt (2)

L’Hemicycle (2)

Hollywood Reporter (2)

Hull Daily Mail (3)

Humor Times (1)

 

I

The Independent (1)

The Insider (5)

 

J

The Jerusalem Post (1)

The Jerusalem Report (1)

The Jewish Chronicle (1)

Le Journal du Dimanche (1)

El Jueves (1)

 

K

Kyiv24 (2)

The Kyiv Independent (3)

 

L

The LA Times (1)

Libération (39)

 

M

Marianne (1)

Mediapart (1)

Middle East Eye (1)

Mitteldeutscher Rundfunk (1)

Le Monde (14)

La Montagne (1)

MS NOW (1)

 

N

The Nation (1)

The National (1)

The National Post (2)

NBC (4)

Neue Presse (1)

The New Arab (1)

The New Voice of Ukraine (1)

The New York Post (2)

The New York Times (1)

NewsGuard (25)

Newsweek (2)

Nice-Matin (1)

NME (2)

NPR (1)

 

O

The Observer (1)

OK! (2)

Ouest-France (1)

1+1 (1)

1TV (2)

 

P

Page Six (1)

Le Parisien (28)

PBS (1)

PinkNews (1)

Le Point (13)

Politico (22)

Polityka (1)

Przegląd (1)

 

R

Radio France International (14)

Realitatea (1)

La Repubblica (1)

Reuters (18)

Rheinische Post (1)

RTL (2)

 

S

The Scotsman (1)

Sky News (3)

Der Spiegel (19)

Stern (1)

Süddeutsche Zeitung (2)

The Sun (3)

Sunday People (1)

Svenska Dagbladet (1)

 

T

Tagesschau (2) 

Tagesspiegel (4)

TechCrunch (1)

TF1 Info (6)

The Times of Israel (4)

Titanic (4)

TMZ (1)

T-online (4)

La Tribune (14)

TV5 Monde (1)

TV8 (5)

TVP World (3)

20 Minutes (3)

 

U

Unian (1)

United 24 Media (15)

USA Today (13)

 

V

Vancouver Sun (1)

Variety (1)

Vatican News (4)

Voice of America (4)

Vogue (4)

 

W

The Wall Street Journal (10)

Washington Monthly (1)

The Washington Post (5)

Die Welt (5)

Western Mail (AKA Wales Online) (2)

Wired (8)

 

Y

The Yorkshire Post (1)

 

Z

ZDF (2)

Die Zeit (3)

ZN (1)

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Falschbehauptungen, die unter dem Namen bekannter Medien verbreitet wurden, sowie die Fakten, die sie widerlegen. Die Beispiele stammen aus der Fingerprints-Datenbank von NewsGuard.

FALSCHBEHAUPTUNG: Politico berichtete, Deutschland wolle 400.000 palästinensische Flüchtlinge aufnehmen

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DIE FAKTEN: Es gibt keine Belege dafür, dass Deutschland bis zu 400.000 palästinensische Flüchtlinge aufnehmen will. Elena Singer, Sprecherin des Bundesinnenministeriums, schrieb NewsGuard am 17. März 2026 per E-Mail, die Behauptung sei „frei erfunden“. Der Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien sehe vor, „dass freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beendet und keine neuen Programme aufgelegt werden“.

Zudem veröffentlichte Politico nie einen Artikel, der diese Behauptung enthält. Das ergab eine Prüfung der Webseiten Politico.com und Politico.eu sowie der Social-Media-Kanäle durch NewsGuard. Politico-24.com, die Webseite, auf der der Artikel erschien, hat keine Verbindung zu Politico. Laut den Registrierungsdaten wurde die Domain am 6. März 2026 angemeldet, sechs Tage vor der Veröffentlichung des Artikels. Seit dem 16. März 2026 ist die Seite nicht mehr erreichbar.

FALSCHBEHAUPTUNG: Euronews berichtete, die ukrainische Antikorruptionsbehörde habe das Haus von Wolodymyr Selenskyjs Eltern durchsucht und das Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen sie auf seine Bitte hin eingestellt.

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DIE FAKTEN: Anfang Juli 2026 verbreiteten kremlnahe und Trump-nahe Nutzer in sozialen Medien ein Video mit dem Euronews-Logo. Darin behauptet ein Sprecher, das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine habe das Haus von Oleksandr Selenskyj und Rymma Selenska, den Eltern von Wolodymyr Selenskyj, durchsucht. Das Video zeigt einen Screenshot eines angeblichen Artikels der Ukrajinska Prawda mit dem Titel „NABU durchsucht das Haus von Selenskyjs Eltern wegen Steuerhinterziehung“. Als Autorin ist die Journalistin Anastasiia Prots angegeben.

Es gibt jedoch keine glaubwürdigen Belege dafür, dass das Antikorruptionsbüro oder eine andere ukrainische Behörde jemals das Haus von Selenskyjs Eltern durchsucht hat. Auf Anfrage teilte die Pressestelle des Büros NewsGuard am 3. Juli 2026 per E-Mail mit, dass die Behauptung „eine Fälschung“ sei.

Peter Barabas, Chief Content Officer von Euronews, schrieb NewsGuard am 3. Juli 2026 per E-Mail: „Wir bestätigen, dass dies eine weitere aufwendige Fälschung ist, in einer langen Reihe ähnlicher Fälschungen … mit der offensichtlichen politischen Absicht, falsche Informationen zu verbreiten.“ Auch der angebliche Artikel der Ukrajinska Prawda ist gefälscht. Die vermeintliche Autorin Anastasiia Prots schrieb NewsGuard am 6. Juli 2026 per E-Mail: „Ich habe einen solchen Artikel weder geschrieben noch veröffentlicht, und die Ukrajinska Prawda hat nie einen solchen Artikel publiziert.“

FALSCHBEHAUPTUNG: Der französische Fernsehsender BFMTV berichtete, beim französischen Präsidentschaftskandidaten Édouard Philippe sei Demenz diagnostiziert worden

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DIE FAKTEN: Am 21. Juli 2026 veröffentlichte BFM-TV.net einen französischsprachigen Artikel mit dem Titel „Präsidentschaftswahl 2027: Édouard Philippe leidet an frontotemporaler Demenz“. Die Seite ähnelt der echten Website von BFMTV, BFMTV.com. Im Artikel und in der Tonspur des dazugehörigen Videos hieß es, die „neue Diagnose könnte Philippes Präsidentschaftskampagne gefährden, da die Krankheit schwere Auswirkungen auf Verhalten, Persönlichkeit und Sprachvermögen haben kann“.

BFMTV veröffentlichte jedoch weder einen Artikel noch ein Video mit dieser Behauptung. Das ergab eine Prüfung der Website und der Social-Media-Kanäle des Senders durch NewsGuard. BFM-TV.net, die Webseite, auf der die Behauptung auftauchte, ist eine gefälschte Nachrichtenseite ohne Verbindung zu BFMTV. Laut den Registrierungsdaten der Domain bei Whois wurde die Seite fünf Tage vor dem Auftauchen der Behauptung angemeldet.

Über Philippe, Gründer der Mitte-rechts-Partei Horizons,  Bürgermeister von Le Havre und zwischen den Jahren 2017 und 2020 französischer Premierminister, gibt es zudem keine glaubwürdigen Berichte über eine Demenzdiagnose. Seine Pressesprecherin Céline Poizat schrieb NewsGuard am 23. Juli 2026 per E-Mail: „Dieses Video ist selbstverständlich völlig falsch, und wir haben es gemeldet. BFM hat außerdem seine Rechtsabteilung eingeschaltet.“

FALSCHBEHAUPTUNG: Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, der mutmaßliche Schütze vom Korrespondentendinner im Weißen Haus habe vor der Tat die ukrainische Botschaft besucht

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DIE FAKTEN: Anfang Juni 2026 verbreiteten kremlnahe X-Konten ein Video mit dem Logo der Associated Press. Darin hieß es, Cole Tomas Allen, der mutmaßliche Schütze, habe die ukrainische Botschaft in Washington vor der Tat mindestens viermal aufgesucht. Das sollte eine ukrainische Verwicklung in den Anschlag nahelegen.

Tatsächlich veröffentlichte die Associated Press keinen solchen Bericht. Allen soll im April 2026 das Korrespondentendinner im Weißen Haus angegriffen haben. Die Agentur teilte NewsGuard mit, dass der fragliche Bericht „nicht echt“ sei und offenbar mit der russischen Einflussoperation Storm-1516 in Verbindung stehe. Die Aufnahmen, die Allen angeblich in der ukrainischen Botschaft zeigt, scheinen mit KI erstellt worden zu sein. Die ukrainische Botschaft in Washington nannte die Behauptung „falsch“. Sie habe weder Unterlagen über Besuche Allens noch über einen Kontakt zu ihm.

FALSCHBEHAUPTUNG: Fox News berichtete, die Trump-Regierung habe pro-ukrainische Parolen verboten

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DIE FAKTEN: Mitte März 2025 verbreiteten kremlnahe Kanäle in sozialen Medien ein Video mit dem Logo und der Gestaltung von Fox News. Eine Stimme aus dem Off sagte darin: „Die Trump-Regierung hat Hunderte Wörter verboten, darunter proukrainische Parolen … Dazu gehören Parolen wie ‚Slawa Ukrajini‘, Ruhm der Ukraine, und andere.“

Fox News veröffentlichte Mitte März 2025 kein Video mit der Meldung, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump pro-ukrainische Parolen verboten habe. Ein Sprecher von Fox News teilte NewsGuard mit, das Video stamme nicht von Fox News. Die KI-Erkennungssoftware Hive Moderation stufte die Tonspur des Videos mit 99-prozentiger Sicherheit als KI-generiert ein.