Tkp.at
Im Juni 2026 wandte sich NewsGuard-Analystin Mascha Wolf im Rahmen der Erstbewertung des ‚Nutrition Label‘ der Website an Tkp.at. Der Herausgeber der Website, Dr. Peter F. Mayer, antwortete am 25. Juni 2026. Seine Stellungnahme ist im Folgenden vollständig abgebildet.
From: Peter F. Mayer
Date: 25. June 2026
To: Mascha Wolf
Subject: Re: NewsGuard Analyse: Tkp.de
Guten Morgen,
Betreff: Ihre Anfrage bezüglich Tkp.at
Sehr geehrte Frau Wolf,
wir haben Ihre Anfrage erhalten. Sie schreiben im Namen eines Unternehmens, das sich anschickt, „Nachrichten- und Informationswebsites“ nach eigenen, als „apolitisch“ deklarierten Kriterien zu bewerten. Bereits diese Prämisse ist eine Anmaßung. Wer entscheidet, was „glaubwürdig“ ist, bestimmt den gesellschaftlichen Diskurs. Dass sich Organisationen wie NewsGuard als neutrale Schiedsrichter präsentieren, ist ein bekanntes Muster zur Etablierung einer „Wahrheit“, die primär den Interessen derjenigen dient, die den medialen und politischen Status quo stützen.
Wir betrachten Ihre Anfrage nicht als einen ergebnisoffenen „Berichtsprozess“, sondern als einen Versuch, abweichende wissenschaftliche und politische Positionen unter dem Deckmantel der „Faktentreue“ zu diskreditieren.
Zu Ihren spezifischen Punkten:
- Zur „Wissenschaft“: Sie zitieren „unabhängige Fachleute“, die Kausalitäten in Studien anzweifeln oder Preprints als „zurückgezogen“ markieren, um kritische Diskurse zu unterbinden. Wissenschaft ist kein statisches Dogma, sondern ein fortwährender Prozess des Hinterfragens. Wenn Studien – etwa zur Säuglingssterblichkeit oder zu Long-COVID-Markern – unbequeme Zusammenhänge aufzeigen, ist der reflexartige Ruf nach „Kausalitätsbeweisen“ oder die Diskreditierung durch Hinweis auf methodische Vorab-Kritik lediglich ein Mechanismus, um den öffentlichen Diskurs zu verengen. Wir dokumentieren die Debatte und die Daten, die von staatlich alimentierten Institutionen nur allzu oft ignoriert oder bewusst ausgeblendet werden.
- Zur „Trennung von Nachrichten und Meinung“: Ihre Forderung nach einer strikten Trennung ist ein altbekanntes Instrument, um kritische Analysen als „Meinung“ zu delegitimieren und damit aus dem Kreis der „seriösen Nachrichten“ auszuschließen. Unsere Artikel in den Rubriken Wissenschaft und Politik sind fundierte Analysen des Zeitgeschehens. Dass diese Analysen nicht dem Narrativ der „Klimapropaganda“ oder der „pro-NATO-Agenda“ folgen, ist keine Frage der Kennzeichnung, sondern eine Frage der intellektuellen Redlichkeit. Wir betreiben keinen Journalismus, der sich dem Diktat der staatlichen Hofberichterstattung unterwirft.
- Zur „Autorentransparenz“: Über die fixen Autoren gibt es Kurz-Bios in “Über TKP”, zu den Gastautoren jeweils am des Artikels nach dem Hinweis, dass rechte und inhaltlich Verantwortung für den Beitrag beim jeweiligen Gastautor liegen.
NewsGuard fungiert nach unserem Verständnis als ideologischer Filter, der den Korridor des „Sagbaren“ verengt. Wir haben keinerlei Interesse daran, unsere redaktionelle Linie an Ihre Kriterien anzupassen, um in Ihrem „Vertrauenswert“ zu steigen. Unsere Leser wissen unsere Arbeit zu schätzen, weil sie eben nicht den Konformitätsvorgaben folgt, die Sie und Ihre Financiers an den Journalismus stellen.
Wie sind mit der Veröffentlichung dieses Schreibens nur in ungekürzter Fassung einverstanden.
Betrachten Sie dieses Schreiben als unsere abschließende Stellungnahme.
Eine weitere Stellungnahme zu NewsGuard finden Sie hier:
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Peter F. Mayer, Herausgeber tkp.at
Am 19.06.26 um 13:47 schrieb Mascha Wolf:
Guten Tag,
ich schreibe Ihnen im Namen von NewsGuard, einem Unternehmen, das Nachrichten- und Informationswebsites auf ihre Glaubwürdigkeit und Transparenz bewertet. Wir beurteilen jede Website anhand von neun apolitischen journalistischen Kriterien und vergeben auf dieser Grundlage einen Vertrauenswert zwischen 0 und 100 Punkten. Unser Bewertungsverfahren und unsere Kriterien finden Sie hier.
Wir befinden uns derzeit im Prozess der Ersteinstufung von Tkp.at.
Im Rahmen unseres Bewertungsverfahrens wenden wir uns an die betreffende Publikation, um Stellungnahmen einzuholen und der Website die Möglichkeit zu geben, uns auf Informationen hinzuweisen, die wir möglicherweise übersehen haben.
Nachstehend haben wir einige Fragen zu bestimmten Kriterien. Bitte verstehen Sie diese Fragen nicht als unsere abschließenden Schlussfolgerungen; es handelt sich lediglich um Fragen auf der Grundlage unserer Recherchen. Ihre Perspektive und Ihre Antworten darauf, ob wir etwas missverstanden haben oder uns entgegenstehende Fakten nicht bekannt sind, sind ein wichtiger Teil unseres Berichtsprozesses.
Wir möchten außerdem deutlich machen, dass diese Fragen keine endgültige Bewertung der Website vorwegnehmen. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass unsere Bewertung so fair, korrekt und gründlich wie möglich ist. Etwaige Stellungnahmen Ihrerseits werden wir in unseren Bericht aufnehmen, damit die Leserinnen und Leser Ihren Standpunkt nachvollziehen können. Bitte betrachten Sie dieses und jedes weitere Schreiben an uns daher als für die Veröffentlichung bestimmt.
Vor diesem Hintergrund haben wir folgende Fragen:
Wir haben Fragen zu einigen Aussagen in aktuellen Artikeln auf Tkp.at.
- Ein Artikel vom Mai 2026 mit dem Titel „Säuglingssterblichkeit +37 % und Fehlbildungs-Todesfälle +46 %: Studie zeigt Zusammenhang mit Covid-Impfungen” behauptet, dass eine Studie belege, die COVID-19-Impfung Schwangerer habe die Säuglingssterblichkeit um 37 Prozent sowie die Todesfälle durch angeborene Fehlbildungen um 46 Prozent erhöht. Der Artikel stellt fest, dass „der jahrzehntelange Rückgang der Säuglingssterblichkeit binnen weniger Jahre komplett zunichtegemacht [wurde] – genau im Zeitraum des massiven COVID-Impfstoff-Einsatzes.” Die zitierte Studie räumt jedoch selbst ein, dass sie auf bevölkerungsweiten Impfquoten basiert und nicht ermitteln kann, ob die Mütter der betroffenen Kinder individuell geimpft waren. Mehrere Studien und Gesundheitsbehörden haben darüber hinaus unabhängig voneinander festgestellt, dass COVID-19-Impfungen in der Schwangerschaft sicher sind. Unabhängige Fachleute teilten NewsGuard mit, dass das Studiendesign keine Kausalität belegen kann.
Möchte Tkp.at zu diesen scheinbar entgegenstehenden Informationen Stellung nehmen und dazu, warum sie in diesem Artikel nicht berücksichtigt wurden? - Ein Artikel vom Dezember 2025 mit dem Titel „Studie: Kinder-Impfung erhöht Sterblichkeitsrisiko um bis zu 112% gegenüber Ungeimpften” behauptet, eine Studie beweise, dass eine Impfung zu einem höheren Risiko von Sterblichkeit führe, und erklärt: „Kinder, die im zweiten Lebensmonat geimpft werden, sterben mit höherer Wahrscheinlichkeit im dritten Lebensmonat.” Das Preprint, auf dem der Artikel basiert, wurde am 14. Januar 2026 – weniger als vier Wochen nach seiner Veröffentlichung – von Preprints.org zurückgezogen, nachdem der Herausgeber des Servers Bedenken hinsichtlich der Methodik und möglicher Fehldeutungen durch die Öffentlichkeit geäußert hatte. Unabhängige medizinische Fachleute teilten NewsGuard mit, dass die Studie ausschließlich verstorbene Kinder analysierte und keine Vergleichsgruppe überlebender Säuglinge umfasste.
Möchte Tkp.at zu diesen scheinbar entgegenstehenden Informationen Stellung nehmen und dazu, warum der Artikel bislang nicht korrigiert wurde, um den Rückzug der zitierten Studie zu berücksichtigen? - Ein Artikel vom November 2025 mit dem Titel „Neue Studie bestätigt Amyloid-Mikrogerinnsel bei 100 % der Geimpften” behauptet, eine im Oktober 2025 veröffentlichte, begutachtete Studie beweise, dass COVID-19-Impfungen bei allen geimpften Personen gefährliche Amyloid-Mikrogerinnsel verursachen, und stellt fest: „Jeder einzelne geimpfte Teilnehmer der Studie hatte fibrinolyse-resistente, ThT-positive Amyloid-Mikrogerinnsel im Blutkreislauf.” Die Hauptautorinnen der Studie teilten NewsGuard jedoch in einer E-Mail-Stellungnahme mit, dass der Impfstatus in ihrer Forschung, die sich mit biologischen Markern im Zusammenhang mit Long COVID befasste, keine Variable dargestellt habe. „Unsere Arbeit kann nicht als Beleg für einen Schaden durch Impfungen herangezogen werden”, erklärten sie.
Möchte Tkp.at zu diesen scheinbar entgegenstehenden Informationen Stellung nehmen und dazu, warum sie in diesem Artikel nicht berücksichtigt wurden?
Falls wir etwaige Korrekturen zu diesen Artikeln übersehen haben, teilen Sie uns dies bitte mit. Sollten Informationen oder Zusammenhänge vorliegen, die unser Verständnis dieser Artikel bereichern würden, werden wir Ihre Stellungnahme gerne in das Label aufnehmen.
Eines unserer Kriterien bewertet, ob eine Website über wirksame Praktiken zur transparenten Fehlerkorrektur verfügt. Bei meiner Durchsicht konnte ich für die vergangenen Jahre nur eine einzige veröffentlichte Korrektur auf der Website finden, und ich möchte sicherstellen, dass mir nichts entgangen ist. Veröffentlicht Tkp.at Korrekturen, und wenn ja, könnten Sie mich auf Korrekturen hinweisen, die die Website in den vergangenen zwölf Monaten an redaktionellen Beiträgen vorgenommen hat?
Eines unserer Kriterien bewertet, wie eine Website mit der Unterscheidung zwischen Nachrichten und Meinungsinhalten umgeht. Bei unserer Durchsicht haben wir festgestellt, dass einige Artikel in den Rubriken Wissenschaft und Politik Meinungssprachliche Formulierungen enthalten, die nicht als Meinung gekennzeichnet sind.
So heißt es beispielsweise in einem Artikel vom Juni 2026 in der Rubrik Politik über ein Interview mit einem österreichischen Militäranalysten: „Es ist Teil der derzeit laufenden pro NATO-Propaganda in Österreich mit dem Ziel die Neutralität auszuhöhlen.”
Ein Artikel vom Mai 2026 ebenfalls in der Rubrik Politik über französische Regierungsangaben zu Todesfällen während einer Hitzewelle stellt fest: „Die ersten Sommertage in Europa und schon dreht die mediale Klimapropaganda durch: Frankreich meldet sieben ‚Hitzetote’, davon sind mindestens fünf ertrunken. Das reicht, um sie als Opfer des ‚Klimawandels’ zu verkaufen.” Gibt es eine Stelle auf der Website, die ich möglicherweise übersehen habe, an der ein Standpunkt offengelegt wird, oder an der Artikel dieser Art als Meinung gekennzeichnet sind? Möchte Tkp.at Stellung zu seinem Umgang mit der Trennung von Nachrichten und Meinung nehmen?
Eines unserer Kriterien bewertet, ob eine Website Informationen darüber bereitstellt, wer die Inhalte erstellt. Um dieses Kriterium zu erfüllen, suchen wir nach Autorenkennzeichnungen bei den meisten Beiträgen sowie nach einer kurzen Biografie oder Kontaktdaten für die meisten Inhaltsersteller. Bei meiner Durchsicht habe ich festgestellt, dass die Über-uns-Seite von Tkp.at zwar mehr als 60 Gastautoren namentlich aufführt, für keinen von ihnen jedoch biografische Informationen, Kontaktdaten oder Themenschwerpunkte bereitzustellen scheint. Sind diese Informationen an anderer Stelle auf der Website verfügbar, die ich möglicherweise übersehen habe? Falls nicht, möchten Sie zum Umgang von Tkp.at mit der Offenlegung von Informationen über Gastautoren Stellung nehmen?
Ich stehe Ihnen für Rückfragen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Unterstützung.
Mascha Wolf